Regionalmarketingkonzept für den Westerwaldkreis gefordert

Veröffentlicht am 01.04.2009 in Pressemitteilung

Landratskandidatin Tanja Machalet besuchte die IHK-Geschäftsstelle in Montabaur

Information und Meinungsaustausch über die wirtschaftliche Situation im Westerwald standen im Mittelpunkt eines Besuches der SPD-Landratskandidatin Dr. Tanja Machalet und Vertretern des SPD-Kreisvorstandes in der IHK-Geschäftsstelle Montabaur.
Geschäftsstellenleiter Richard Hover und IHK-Vizepräsident Bernd Zorn stellten die Arbeit der Geschäftsstelle Montabaur vor. Mit insgesamt 6 Mitarbeitern vertritt sie die Belange von über 18.000 Betrieben und Kleingewerbetreibenden in den beiden Landkreisen Westerwald und Rhein-Lahn. Neben der Abwicklung von Prüfungen im Rahmen der Berufsausbildung gehören Existenzgründungsberatung, Erstellung von Gutachten und das Bereitstellen und Vermitteln von Informationen für die IHK-Mitglieder zu den Aufgaben.

Besonders aktiv ist die IHK im Bereich der Weiterbildung für die Mitgliedsbetriebe und deren Mitarbeiter. Richard Hover wies in diesem Zusammenhang auf eine Westerwälder „Spezialität“ hin. Die IHK-Bildungsstätte in Montabaur ist eine von zwei Anbietern im Bundesgebiet, die die Weiterbildung zum „Industriemeister Keramik“ ermöglicht.
Die promovierte Volkswirtin Tanja Machalet war sehr an der Einschätzung der Wirtschaftsvertreter zur aktuellen Krise interessiert. Nach Ansicht von IHK-Beiratsmitglied Christoph Heuchemer bietet die heterogene Struktur der Westerwälder Wirtschaft eine Chance, gut durch die derzeitige Situation zu kommen. Richard Hover verwies allerdings in diesem Zusammenhang auch auf die hohe Exportquote von 30 bis 35 % der Westerwälder Betriebe.
Einigkeit zwischen Wirtschafts- und Politikvertretern herrschte in Bezug auf die Bedeutung einer vernünftigen Verkehrsinfrastruktur für die heimische Wirtschaft. Neben der unstrittig wichtigen B 255 für den Westerwald wies Tanja Machalet aber auch auf die dringend notwendigen Anstrengungen der Landesregierung bei B 8 und B 414 hin. Außerdem machte sie die Notwendigkeit eines funktionierenden öffentlichen Personennahverkehrs gerade für die Berufspendler deutlich.
Dass die sogenannten weichen Standortfaktoren wie Ganztags-Kinderbetreuung, zukunftsorientierte schulische Angebote – hier nennt die IHK in ihrem gerade vorgestellten kommunalpolitischen Papier ausdrücklich die Realschule plus und die Integrierte Gesamtschule – oder auch ortsnahe Versorgung und Kultur für die mittelständische Wirtschaft im Wettbewerb um Fachkräfte immer wichtiger werden, drückt sich auch in der Forderung der IHK nach einem Regionalmarketingkonzept für den Westerwald aus.
Wirtschafts- und Politikvertreter waren sich einig, dass es erste Schritte in die richtige Richtung wie z.B. die beginnende Zusammenarbeit der drei Kreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwald gäbe. Aber er sähe auch immer noch zu viel „Kirchturmsdenken“, stellte Vizepräsident Zorn fest. In einem Positionspapier „WW 2020“ hat die IHK ihre Empfehlungen und Erwartungen für ein zukunftsweisendes Standortmarketing dargelegt. Tanja Machalet stellte fest, dass viele dieser Positionen von der Westerwälder SPD geteilt würden, und sagte zu, diese aktiv in die politische Diskussion und Arbeit im Kreis einzubringen.

 

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