Wäller Sozialdemokraten wollen mehr Transparenz auf dem Wohnungsmakt und gerechtere Mieten

Veröffentlicht am 18.09.2019 in Fraktion

SPD-Kreistagsfraktion beantragt in der nächsten Kreistagssitzung die Erstellung eines Mietspiegels

Ob bei der Anmietung einer neuen Wohnung oder wenn eine Mieterhöhung ins Haus flattert: Viele fragen sich, ob die Miethöhe rechtens und ob sie für die jeweilige Wohngegend überhaupt angemessen ist. Mit Blick auf die „Angemessenheit“ oder auch die „Vergleichbarkeit“ gibt es im Westerwald ein Problem. Im Westerwaldkreis fehlt MieterInnen und VermieterInnen, anders als zum Beispiel im Kreis Altenkirchen, die dafür nötige Referenz – in diesem Falle ein Mietspiegel. Das ist ein Ärgernis und führt zu erheblicher Rechtsunsicherheit. Die entsprechende Anwendung des Mietspiegels für den Landkreis Altenkirchen, die einen sogenannten einfachen Mietspiegel haben, ist je nach Ort des Mietobjektes nicht möglich.

Aber auch für Politik und Verwaltung ist ein Mietspiegel ein wichtiges Instrument. Er ermöglicht, Rückschlüsse zu ziehen, inwiefern die Höhe der Kosten der Unterkunft angemessen ist. Bei einer Schieflage kann nachgesteuert werden, indem die Höhe der geleisteten Kosten der Unterkunft angepasst und so die soziale Trennung in einer Stadt vermindert wird.

Für den Westerwald hat bisher noch nie ein Mietspiegel existiert. Seit Jahren tappen wir im Dunkeln, wie sich die Mieten in den unterschiedlichsten Regionen unseres Kreises tatsächlich entwickelt haben. Angesicht der Dynamik und der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit der sich der Wohnungsmarkt in den letzten Jahren auch bei uns entwickelt hat, sehen die Sozialdemokraten Handlungsbedarf. Daher ist die Erstellung zumindest eines einfachen Mietspielgels wünschenswert und hilft erheblich bei einer Mietanpassung auf die ortsübliche Vergleichsmiete.

Ob es im Gegensatz zum einfachen Mietspiegel, der von Kommune, Mieterbund und Eigentümerverband ausgehandelt wird und objektiv die örtliche Mietsituation zutreffend darstellt, gleich ein qualifizierter Mietspiegel, der durch wissenschaftliche Erhebung erstellt und ungleich kostenintensiver ist, sein muss, lassen die Sozialdemokraten bewusst offen. „Unser Ziel ist es, mehr Transparenz und mehr Gerechtigkeit bei den Mieten zu erzielen. Bei aller Kritik, die an Mietspiegeln geübt wird, ist es besser ein solches Dokument zu erarbeiten als weiter im Trüben zu fischen. Die konkrete Ausgestaltung überlassen wir den Fachleuten deren tägliches Geschäft der Wohnungsmarkt ist. Sie wissen selbst am besten, ob ein einfacher Mietspiegel reicht, oder ob wir im Westerwald einen qualifizierten Mietspiegel brauchen“, sagte der stv. Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Thomas Mockenhaupt, anlässlich der Vorstellung des Antrags.

Antragstext:

Der Kreistag befürwortet die Erstellung eines Mietspiegels für den Westerwaldkreis. Er fordert die Verwaltung auf:

  • gemeinsam mit dem Hauseigentümerverband Haus und Grund und dem Mieterschutzbund zu klären, ob ein einfacher Mietspiegel oder ein qualifizierter Mietspiegel aufzustellen ist
  • dem Kreistag das Ergebnis des Gesprächs und eine Kostenschätzung in der nächsten Sitzung vorzustellen
  • die benötigten Mittel in den nächsten Kreishaushalt einzustellen und den Mietspiegel im Laufe des ersten Halbjahrs 2020 zu erarbeiten.

Begründung: erfolgt mündlich

Mietspiegel:

In Deutschland ist der Mietspiegel eine der gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete im frei finanzierten Wohnungsbau (§§ 558c und 558d BGB). Er dient als Begründung für Mieterhöhungen und wird von Kommunen in Zusammenarbeit mit Mieter- und Vermieterverbänden aufgestellt. Der Mietspiegel bezieht sich räumlich auf das jeweilige kommunale Gebiet. Unterschieden wird zwischen einfachem und qualifiziertem Mietspiegel. Der Mietspiegel stellt die ortsübliche Vergleichsmiete als anerkannte Bezugsgröße zur Verfügung. Es gibt keine Verpflichtung, einen Mietspiegel aufzustellen, deshalb gibt es nicht für jede Kommune eine solche Übersicht.

 

Termine

Alle Termine öffnen.

21.08.2020, 17:00 Uhr Zukunft des Walds
Eine Info- und Diskussionsveranstaltung für Bürgermeister und Beigeordnete. Anmeldung aufgrund der Corona …

07.09.2020, 18:30 Uhr Konferenz zur Aufstellung des Landtagskandidaten im Wahlkreis 5

Alle Termine

Twitter-Nachrichten

SPD-TV

Gabi Weber: Haushalt 2018 Einzelplan 23

Hendrik Hering: Zum Tod Kardinal Lehmanns

News Ticker

07.07.2020 10:33 Digitale Ausstattungsoffensive – 500 Millionen für mehr Bildungsgerechtigkeit
Gute Nachrichten für Schülerinnen und Schüler, die zuhause nicht auf Laptops zugreifen können. Auf Initiative der SPD stellt der Bund den Ländern ab sofort 500 Millionen Euro bereit, damit diese Laptops oder Tablets an Kinder und Jugendliche ausleihen. „Eine tolle Zukunftsinvestition, damit auch wirklich alle Kinder und Jugendliche gleichberechtigt lernen können“, sagt SPD-Chefin Saskia Esken.

07.07.2020 10:14 Rix/Ortleb zu Gleichstellungsstiftung
Gleichstellungsstiftung des Bundes kommt Auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion haben sich die Koalitionsfraktionen auf die Einrichtung einer Stiftung zur Förderung der Gleichstellung verständigt und damit den Weg für eine nachhaltige Gleichstellung in allen Lebensbereichen geebnet. „Gleichstellung in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ist eine der zentralen Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit. Mit der Einrichtung der Gleichstellungsstiftung nehmen wir die

04.07.2020 10:29 Kohleausstieg: Strukturwandel verantwortungsvoll gestalten
Der Deutsche Bundestag hat heute das Kohleausstiegsgesetz und Strukturstärkungsgesetz beschlossen und stellt damit die Weichen für eine sozialverträgliche und klimaneutrale Wirtschafts- und Energiepolitik. „Zum ersten Mal hat eine Bundesregierung einen klaren Pfad für einen ökonomisch- und sozialverträglichen und rechtssicheren Kohleausstieg vorgelegt. Energiewende wird jetzt sehr konkret. Das ist weit mehr als das, was vor drei

Ein Service von websozis.info