Im Westerwaldkreis leben keine Menschen auf der Straße

Veröffentlicht am 05.11.2010 in Fraktion

Lediglich 20 Hartz-IV-Empfänger ohne festen Wohnsitz

Die Zahl der professionell zu versorgenden Pflegefälle wird sich im Westerwald in den kommenden Jahren stark erhöhen. Dies vor dem Hintergrund einer weit auseinandergehenden Schere zwischen Pflegebedürftigen und Altenpflegekräften. Wie kann der Westerwaldkreis darauf reagieren?
Zu diesen und anderen Themen bat der sozialpolitische Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, Uli Schmidt (Horbach), die Kreisverwaltung um ihre Einschätzung.

Hingewiesen wurde auf die gesteigerte Ausbildungskapazität der in Trägerschaft des Kreises stehenden Berufsbildenden Schule in Westerburg. Die beiden dort angesiedelten Fachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe hätten im Jahr 2000 bereits 96 Ausbildungsplätze angeboten und diese bis zum laufenden Schuljahr auf 250 gesteigert. „Bei fortgesetztem Anmeldeverhalten in dieser Größenordnung wird die Gesamtschülerzahl in diesem Bereich spätestens in zwei Jahren über 300 betragen“, so Landrat Achim Schwickert. Er hält die Konzentration dieser Fachausbildung in Westerburg für sinnvoll und verweist darauf, dass auch die Agentur für Arbeit den Bereich Altenpflege und den auf diesem Gebiet zu erwartenden Fachkräftebedarf ganz besonders im Blick hat.

Im Westerwaldkreis ist Obdachlosigkeit offensichtlich derzeit kein Problem. Zumindest ist im Kreishaus niemand bekannt, der definitiv auf der Straße lebt oder wo Wohnungslosigkeit gegeben ist. Eine Rückfrage der Kreisverwaltung bei der ARGE Westerwald (Jobcenter) hat ergeben, dass im Leistungsbezug des SGB II (Hartz IV) aktuell 20 Leistungsberechtigte ohne festen Wohnsitz sind. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die nach wie vor von den VG´s vorgehaltenen Notunterkünfte kaum nachgefragt werden.

Ein weiteres wichtiges Thema war die gesetzliche Möglichkeit, behinderte Schülerinnen und Schüler bei der schulischen Bildung durch einen Integrationshelfer oder – helferin im Rahmen der Eingliederungshilfe zu unterstützen. Uli Schmidt wollte wissen, wie dies im Kreis genutzt wird. Im laufenden Schuljahr sind nach Mitteilung der Kreisverwaltung fünf Integrationshilfen installiert, drei weitere Anträge werden derzeit bearbeitet. Dazu wurden 24 Anträge auf Integrationshilfe in Schulen aus Mitteln der Jugendhilfe genehmigt und 15 Anträge werden derzeit geprüft. Das Kreistagsmitglied rät allen Eltern mit schulschwierigen behinderten Kindern diese Einzelfallhilfe bei vorliegen der Voraussetzungen zu nutzen.

Eine weitere Sorge galt den beim Jobcenter der ARGE Westerwald befristet beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wenn man eine motivierte und fachkundige Mitarbeiterschaft haben will“, so Schmidt, „muss man denen und allen anderen Beschäftigten eine Perspektive bieten“. Landrat Schwickert wies darauf hin, zur Stärkung der Fachkompetenz im Jobcenter und zur Sicherstellung der dafür notwendigen Personalkontinuität bemühe sich die Agentur für Arbeit um eine Reduzierung der Befristungen. Der Kreis sei zudem bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu einer Verbesserung der Personalausstattung mit entsprechend qualifiziertem Personal beizutragen.

 

News Ticker

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

Ein Service von websozis.info